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Liebe Leserinnen und Leser,

was machen wir mit unserer gebauten Realität?

Während der Wohnraumbedarf weiter steigt, stehen immer mehr Bürogebäude und Kaufhäuser leer. Innenstädte verändern sich, monofunktionale Gewerbestandorte verlieren an Bedeutung und einst wirtschaftlich starke Immobilien drohen zu „Stranded Assets“ zu werden.

Darin liegt aber eine Chance: Der Bestand wird zur wichtigsten Ressource der zukünftigen Stadtentwicklung. Statt Abriss rücken Transformation, Umnutzung und Urban Mining in den Fokus. Und das als Antworten auf wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen.

Wie können aus leerstehenden Büroflächen neue Wohnräume entstehen? Welche Potenziale stecken in bestehenden Gebäuden? Und warum wird der Umgang mit dem Bestand zunehmend zur strategischen Aufgabe für z.B. Eigentümer, Investoren und Asset Manager?

Genau diesen Fragen widmen wir uns – tagtäglich in der Projektarbeit und hier anhand aktueller Entwicklungen und konkreter Projektbeispiele.

Viel Freude beim Lesen und herzliche Grüße

Schmidt Plöcker Architekten

Impuls: Office-To-Residential

Immer mehr Büro- und Gewerbeimmobilien stehen leer. Dies ist auf Trends wie den Online-Handel und mobile Arbeitsformen zurückzuführen, die spätestens seit der Corona-Pandemie verstärkt wurden. Aktuellen Untersuchungen zufolge stehen allein in den sieben größten Städten in Deutschland rund 1,8 Millionen Quadratmeter grundsätzlich in Wohnraum umwandelbare Bürofläche zur Verfügung. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an Wohnraum hoch.

Mit dem ab Juli 2026 startenden Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ setzt die Politik gezielt Anreize: Bis zu 30.000 Euro Zuschuss pro neu geschaffener Wohneinheit und ein Fördervolumen von 300 Millionen Euro allein im ersten Jahr unterstreichen die wachsende Bedeutung dieses Ansatzes. Die Umnutzung von Bestandsgebäuden entwickelt sich damit zunehmend von der Nischenlösung zu einem zentralen Baustein gegen den Wohnungsmangel.

Dank langjähriger Erfahrung im Bauen im Bestand kennen die Potenziale und Grenzen bestehender Strukturen und entwickeln daraus tragfähige, wirtschaftliche Wohnkonzepte. Diese Kompetenz übersetzen wir nun in ein Handlungsfeld, um gemeinsam mit Eigentümern, Projektentwicklern und Investoren aktiv zur Transformation von Leerstand in lebenswerten Wohnraum beizutragen.

Lassen Sie uns sprechen!
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Im ZDF: Markus Plöcker gibt Projekteinblicke

Das Konzept unseres Umnutzungsprojekts in Eschborn setzt auf die gezielte Umstrukturierung zweier bestehender Bürogebäude. Ein neues Erschließungssystem mit Laubengängen ermöglicht eine flexible Neuordnung der Grundrisse, optimiert Belichtung und Belüftung und maximiert die Wohnfläche. Der Eingriff bleibt bewusst minimal: Die vorhandene Tragstruktur wird weitgehend erhalten, wodurch der Bauablauf vereinfacht und die Bauzeit verkürzt wird. So entstehen in kurzer Zeit kosteneffiziente und qualitätvolle Wohnräume – ein pragmatischer Ansatz, der Nachhaltigkeit über Erhalt und intelligente Umnutzung denkt.

Dass dieses Thema längst gesellschaftliche Relevanz erreicht hat, zeigt auch die ZDF-Dokumentationsreihe «plan b». In der Folge „Schluss mit der Wohnungsnot“ wird unter anderem unser Projekt in Eschborn als konkreter Lösungsansatz für die Transformation leerstehender Büroflächen vorgestellt. Die Dokumentation ist in der ZDF-Mediathek verfügbar.

ZDF-Reportage hier anschauen
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Bestand kann neu aktiviert werden, wenn wir Nutzungskonzepte flexibel und mutig denken.

Kaufhaus: Kreativität statt Konsum

Aus Kaufrausch und großen Träumen werden Dank Leerstand und Zerfall „Lost Places“. Einst verstanden wir Kaufhäuser als eine Revolution des Einzelhandels, um Luxusgüter der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen. Aus scheinbaren Orten für alle werden zunehmende Unorte, die in trostlosen Innenstädten teils nur noch als bloße Betonklötze sichtbar sind. Dabei sind es genau diese Orte, die durch eine breite Zugänglichkeit den Innenstädten Leben und Farbe einhauchen können.

Welches Potenzial in ehemaligen Kaufhäusern liegt, zeigt unser Entwurf aus dem Jahr 2024 für Midstad Frankfurt auf. Für die Weiterentwicklung des Peek & Cloppenburg Gebäudes auf der Zeil haben wir ein Konzept vorgesehen, das Stadt als Bühne denkt und eine vertikale Vielfalt vorsieht. Das Gebäude ist als Bienenkorbhaus konzipiert und verbindet Urbanität gezielt mit Begegnung und harmonischer Verbindung

Midstad Frankfurt
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Urban Mining und die strategische Ressource „Bestand“

Nicht jedes Gebäude kann vollständig erhalten werden. Urban Mining eröffnet jedoch die Möglichkeit, bestehende Gebäude als Ressourcenlager zu verstehen. Bauteile und Materialien wie Stahl, Beton oder Holz können wiederverwendet oder als Sekundärrohstoffe in neue Projekte überführt werden. Dadurch werden CO₂-Emissionen, Materialverbrauch und Rückbaukosten reduziert.

Für Eigentümer, Asset Manager und Investoren entstehen daraus neue strategische Perspektiven: Bestandsgebäude lassen sich nachhaltiger repositionieren, Stranded-Asset-Risiken minimieren und ESG-Anforderungen besser erfüllen. Bestand wird damit zunehmend nicht nur als bauliche, sondern auch als wirtschaftliche Ressource verstanden.

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Weiterdenken

Die Zukunft entsteht nicht allein im Neubau, sondern vor allem im intelligenten Weiterbauen. Bestand entwickelt sich zunehmend von der Herausforderung zur strategischen Ressource, und das in ökologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht. Wie bestehende Gebäude neue Funktionen übernehmen und gleichzeitig Ressourcen, Identität und Werte erhalten können, zeigen Transformation, Umnutzung und kreislauforientiertes Bauen. Wir müssen weg von monofunktionalen Strukturen und hin zu langfristigen Perspektiven.

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Die gebaute Realität ist kein Problem der Vergangenheit, sondern eine Chance für die Zukunft.

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Schmidt Plöcker Architekten PartG mbB
Dreieichstraße 59
60594 Frankfurt am Main

Tel. +49 69 9593202-0
Fax +49 69 9593202-10
mail@schmidtploecker.de

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