Ein Haus für Demokratie
Das Paulsforum als neues Zentrum für Demokratie in Frankfurt am Main
Mit dem Haus der Demokratie soll in Frankfurt am Main ein Ort entstehen, der Tradition und Zukunft verbindet. In unserem Konzept bleibt die symbolträchtige Paulskirche das historische Herzstück, doch sie wird Teil eines offenen Stadtraums, der allen Menschen zugänglich ist. Hier verschmelzen Architektur, Geschichte und öffentlicher Raum zu einer lebendigen Bühne, auf der Demokratie sichtbar, erlebbar und alltäglich wird. Das Projekt macht aus einem Bauwerk ein gemeinsames Forum – einen Ort des Austauschs, des Lernens und der Begegnung, verwurzelt in der Vergangenheit und offen für kommende Generationen.
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Projekt
Haus der Demokratie
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Ausloberin
Stadt Frankfurt am Main
Der Magistrat -
Nutzung
Ausstellung, Versammlung, Bibliothek, Büro und Verwaltung
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BGF
ca. 6.200 m²
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Ort
Frankfurt am Main
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Leistung
Entwurf
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Wettbewerb
2025
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Zeitraum
2025
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Wettbewerbsbetreuung
C4C | competence for competitions Partnerschaft von Architekten mbB, Berlin
Ein lebendiges Herz der Stadt
Das Haus der Demokratie ist mehr als ein Gebäude. Es versteht sich als offener Raum für alle Menschen, als Ort, der Teil des Alltags wird. Demokratie soll hier nicht feierlich abseits stattfinden, sondern selbstverständlich gelebt werden – beim Vorbeigehen, Verweilen, Diskutieren. Das Herz dieser Idee ist die Paulskirche. Sie bleibt als historisches Symbol bewahrt, wird jedoch subtil geöffnet und mit dem Stadtraum verknüpft. Platz und Kirche bilden zusammen ein öffentliches Forum, das allen zugänglich ist und Begegnungen in ungezwungener Atmosphäre ermöglicht.
Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie entwickelt sich über Jahrhunderte und durchläuft immer wieder Höhen und Tiefen.
Mike Josef
(Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main)
Die Stadt als Bühne
Rund um die Paulskirche entsteht eine urbane Landschaft, die an eine Arena erinnert: Treppen, Tribünen, Arkaden, Absenkungen und grüne Inseln verweben sich zu einem lebendigen Stadtraum. Wer möchte, kann hier debattieren wie auf einer kleinen Speaker’s Corner, eine spontane Versammlung abhalten oder einfach im Schatten sitzen. Die räumliche Inszenierung erinnert an Orte wie den Campo in Siena oder das Centre Pompidou in Paris – Stadtplätze, die nicht nur Rahmen, sondern selbst Bühne sind. Demokratie wird dadurch nicht abstrakt, sondern sichtbar und erlebbar.
Architektur im Dialog mit Geschichte
Auch die Architektur nimmt dieses Bild auf. Der Plenarsaal der Paulskirche schwebt künftig gelöst von der Fassade wie eine Bühne über dem Forum. Von unten eröffnen sich neue Blickwinkel, von oben wirkt der Saal zugleich vertraut und transformiert. Senkt er sich auf Bodenniveau, verschwinden Hierarchien: alle sind Teil des Geschehens. Damit wird der Bau zum Sinnbild demokratischer Prozesse – wandelbar, offen, im ständigen Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Die Kämmerei wird in diesem Geist weiterentwickelt. Ihre äußere Erscheinung bleibt respektvoll erhalten, doch im Erdgeschoss öffnen sich die Fassaden erneut zum Stadtraum. Ein neuer Dachaufbau – eine offene Stadtkrone – verwandelt das Haus in einen Ort mit großartiger Aussicht: auf der Stadtterrasse entsteht ein öffentlicher Raum über den Dächern Frankfurts. So verbinden sich Historie und Gegenwart zu einem Bild, das sowohl Tradition achtet als auch in die Zukunft weist.
Räume für eine Stadtgesellschaft
Ein atmender Stadtraum
Das Haus der Demokratie versteht Nachhaltigkeit nicht als Zusatz, sondern als selbstverständliche Grundlage des Entwurfs. Bestehende Bauten wie die Paulskirche und die Kämmerei werden ressourcenschonend weitergenutzt, neue Strukturen entstehen aus Holz und recycelten Materialien. Dachflächen verwandeln sich in begrünte Stadtwiesen für Wildblumen und Bienen, Arkaden und Fassaden erhalten Rankpflanzen, Regenwasser wird gesammelt und direkt vor Ort versickert.
Mit diesem Ansatz trägt das Projekt aktiv zum Klimaschutz in der Frankfurter Innenstadt bei: Begrünung, Verschattung und Solarenergie verbessern das Mikroklima, während durchdachte Retentionsflächen das Prinzip der Schwammstadt umsetzen. Bestehende Platanen werden erhalten oder umsichtig verpflanzt – ein Zeichen für den respektvollen Umgang mit natürlichem Bestand. So entsteht eine resiliente, lebendige Stadtlandschaft, die zeigt, dass Demokratie auch ökologisch gedacht und gelebt werden kann.