Laboratory Excellence Accelerator Penzberg (LEAP)
Katalysator für Innovation und Nachhaltigkeit
Auf dem Werksgelände von Roche in Penzberg ist mit dem Laboratory Excellence Accelerator Penzberg (LEAP) ein Forschungsgebäude entstanden, das Arbeitsprozesse neu organisiert und räumlich verdichtet. Rund 800 Mitarbeitende, zuvor auf zahlreiche Bestandsgebäude verteilt, finden hier eine gemeinsame Adresse – konzipiert für interdisziplinäre Diagnostikforschung und langfristige Anpassungsfähigkeit.
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Projekt
Laboratory Excellence Accelerator Penzberg (LEAP)
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Bauherr
Roche Deutschland Holding GmbH
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Auftraggeber
ERNE AG Holzbau
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Entwurf
Nickl & Partner
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Nutzung
Forschung, Labor und Büro
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Ort
Penzberg
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Leistung
LPH 5, Holzbau für den Büroteil, sowie für die Fassade des Gesamtgebäudes, Planungsmethode BIM, Übernahme nachzuerfüllender Leistungen aus den LPH 3+4
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BGF
35.000 m²
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Status
Realisiert
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Zeitraum
2022–2023
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Fotoaufnahmen
Roche
Zwei Baukörper, ein gemeinsames Zentrum
Das Gebäude setzt sich aus einem östlichen Labortrakt und einem westlichen Bürohaus zusammen. Beide Volumen sind funktional differenziert und konstruktiv eigenständig ausgebildet, werden jedoch über ein großzügiges, vertikal entwickeltes Atrium räumlich miteinander verzahnt. Mit seiner Höhe von rund 33 Metern wirkt dieser Innenraum als kommunikatives Rückgrat des Ensembles.
Brücken und offene Treppen verknüpfen die Ebenen zu einer dreidimensionalen Wegestruktur. Sichtachsen zwischen Labor- und Bürobereichen fördern Transparenz und Orientierung, ohne funktionale Anforderungen zu kompromittieren. Begrünte Aufenthaltsbereiche und zenitales Licht über ein Sheddach aus Stahl schaffen eine Atmosphäre, die technische Präzision mit räumlicher Großzügigkeit verbindet. Das Atrium wird so zur Bühne des Austauschs – ein Ort, an dem sich Forschung als kollaborativer Prozess manifestiert.
Konstruktive Klarheit und nachhaltige Performance
Beide Gebäudeteile sind als flexible Skelettstrukturen konzipiert und werden über Stahlbetonkerne ausgesteift. Diese Tragwerksstrategie ermöglicht variable Grundrisse und reagiert auf die dynamischen Anforderungen moderner Labor- und Büroorganisation.
Der Laborbau ist in Stahlbeton ausgeführt und bildet eine robuste, hochinstallierte Struktur für anspruchsvolle Forschungsinfrastrukturen. Dem gegenüber steht das Bürogebäude in Holz-Hybrid-Bauweise mit Holzstützen und Holz-Beton-Verbunddecken, die eine warme Materialität in die Arbeitsbereiche bringen. Die konstruktive Differenzierung bleibt ablesbar und unterstreicht die jeweilige Nutzung.
Das Untergeschoss ist als wasserundurchlässiger Kellerkasten ausgebildet, gegründet auf einer elastisch gebetteten Bodenplatte. Neben funktionaler Dauerhaftigkeit steht insbesondere die ökologische Leistungsfähigkeit im Fokus: Photovoltaikflächen, begrünte Dachzonen und eine digital gesteuerte Gebäudetechnik tragen maßgeblich zur Reduktion betriebsbedingter Emissionen bei.
LEAP versteht Nachhaltigkeit nicht als additive Maßnahme, sondern als integralen Bestandteil von Struktur, Materialwahl und Gebäudebetrieb. So entsteht eine Forschungsarchitektur, die Effizienz, Flexibilität und räumliche Identität in ein ausgewogenes Verhältnis setzt und den Roche Campus in Penzberg um einen zukunftsfähigen Baustein ergänzt.
Bildquelle: Roche
Bildquelle: Roche