Midstad Frankfurt

Ein belebendes, multifunktionales und nachhaltiges Zentrum für die Frankfurter Zeil.

Für die Erweiterung des Peek & Cloppenburg Gebäudes auf der Zeil zählten wir im nicht-anonymen Realisierungswettbewerb für das Midstad Frankfurt zu den sieben geladenen Architekturbüros.

Unser Konzept zeichnet sich durch eine harmonische Integration des neuen Baukörpers in die Umgebung aus. Die Kubatur fügt sich sowohl zur Zeil als auch zu den umliegenden Plätzen nahtlos ein und schafft ein einladendes Entrée. Gezielte Versprünge reduzieren die neue Höhe des Gebäudes, sorgen für bessere Lichtverhältnisse und unterstreichen gleichzeitig die Bedeutung des Bienenkorbhauses als herausragendes Gebäude an der Konstablerwache.

  • Auslober

    James Cloppenburg Real Estate Holding KG, Düsseldorf

  • Wettbewerbsorganisation

    ANP Architektur- und Planungsgesellschaft mbH, Kassel

  • Verfahren

    Mehrfachbeauftragung im kooperativen Verfahren, nicht-anonymer Realisierungswettbewerb

  • Ort

    Frankfurt am Main

  • Status

    Abgeschlossen

  • Leistung

    Entwurf

  • Zeitraum

    2024

  • Kooperationen

    B+G Ingenieure Bollinger + Grohmann,
    Transsolar Energietechnik,
    KuBuS freiraumplanung,
    hhpberlin - Ingenieure für Brandschutz,
    Nightnurse Images AG (Visualisierungen)

Die neue Erweiterung des Peek und Cloppenburg Gebäudes auf der Zeil sieht vor, die prominente Lage im Herzen Frankfurts mit seinen städtebaulichen Möglichkeiten optimal zu nutzen und mit seiner Umgebung zu interagieren.


Besonderes Augenmerk unseres Wettbewerbsbeitrags lag darauf, die Kubatur sowohl zur Zeil als auch zu den umliegenden Plätzen harmonisch einzufügen und leicht zu gestalten. Die neue vorgegebene 11-Geschossigkeit erschien uns in der Gesamtheit des Gebäudes nicht angemessen. In der horizontalen Schichtung des Baukörpers entschieden wir uns deshalb für gezielte Versprünge, um so die Höhe zu reduzieren und bessere Lichtverhältnisse zu schaffen. Die zurückgesetzten Bürogeschosse des Neubaus unterstreichen zudem die Bedeutung des Bienenkorbhauses als herausragendes Gebäude an der Konstablerwache.


Diese Maßnahmen tragen nicht nur zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität an diesem wichtigen städtischen Ort bei, sondern führen gleichzeitig dazu, dass ein Haus ohne Rückseiten entsteht. Dadurch folgt das neu gestaltete Gebäude der Typologie eines Welthauses. Die Diversifizierung des Raumprogramms, welche sich in der Volumenentwicklung und Fassadengestaltung widerspiegelt, verleiht die einladende Präsenz eines Stadthauses und unterscheidet sich deutlich von der klassischen Kaufhaus- oder Bürohaustypologie entlang der Frankfurter Zeil.

In der Beteiligungsveranstaltung, im Vorfeld der Jurysitzung, erhielt unser Entwurf im Kriterium “Aufwertung des öffentlichen Raumes” eine durchweg positive Bewertung aus der Öffentlichkeit.

Außerhalb der Öffnungszeiten werden die Bereiche durch eine neue Treppenlandschaft erschlossen, die die südlichen Plätze belebt und städtebaulich aufwertet. Diese Neugestaltung verwandelt die städtischen Plätze in eine urbane Wohlfühloase und lädt Besucher ein, zu flanieren und das neue Gebäude zu erkunden. Sowohl die Plätze als auch die öffentliche Passage gewinnen dadurch an Attraktivität, erhalten eine eigene Identität und entsprechen so den Vorgaben und Vorstellungen des Auslobers. Zusätzliche Erdgeschossnutzungen wie eine kleine Cafeteria, eine Eisdiele und gezielt platzierte Attraktionen verstärken die Anziehungskraft.

Das begehbare Passagendach wird durch Begrünung in einen positiven Erlebnisraum transformiert und als “Green Canyon” erlebbar gemacht. Zwei attraktiv gestaltete Sitztreppen bieten an diesem neuen städtischen Ort Platz zum Verweilen. Abends wird der Green Canyon durch Lichtkunst und flankierende gastronomische Angebote belebt und erhält eine eigene urbane Qualität. Somit bleibt die Durchquerungsmöglichkeit auch nach Ladenschluss erhalten.

Das Prinzip der Demokratisierung der Innenstadt, sowie die Befreiung von einer rein konsumorientierten Funktion, waren ebenso die Leitmotive bei der Gestaltung des Gebäude-Innenlebens.

Die bestehende Monofunktionalität der Bestandsstruktur wird in ein vielseitig genutztes Gebäude mit mehreren Adressen umgewandelt. Es wird ein Ort geschaffen, der verschiedene Nutzungen wie Gemeinwohldienste, Büroflächen, Wohnungen, Einzelhandel und Gastronomie unter einem Dach, sowohl horizontal als auch vertikal, vereint. Eine umfassende Infrastruktur aus Treppen, Aufzügen und Warenliften ermöglicht einen reibungslosen Betrieb aller Nutzungen zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Der atriumartige öffentliche Raum verändert seine Form und Größe auf jeder Etage und bietet flexible und vielfältige Treffpunkte. Die gestapelten Kuben fügen sich in ein urbanes Gefüge ein und vermitteln ein Gefühl von Lebendigkeit, Dynamik und gemeinschaftlichem Miteinander. Die Geschosse sind mit öffentlichen, halböffentlichen und nicht öffentlichen Terrassen individuell gestaltet und tragen zur Durchmischung innerhalb des Gebäudes bei. Die flexible Grundrissstruktur ermöglicht einfache Anpassungen, die zur Kreislaufgerechtigkeit und Resilienz des Gebäudes beitragen.