Vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Neuorientierung des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung in Heidelberg plant die Max-Planck-Gesellschaft einen Neubau als Erweiterungsbau auf dem westlichen Teil des Grundstücks neben dem denkmalgeschützten Bestandsinstitut aus dem Jahr 1928-1930.

Die einzigartige Lage des Grundstücks am Neckar und in der Blickachse der Jahnstraße stellt auf beiden Seiten eine wichtige städtebauliche Funktion dar. Das Entrée zum Campus in der Jahnstraße wird zu einem Vorplatz für die Institutsgebäude ausgebaut. Der Eingang zum denkmalgeschützten Bestand sowie den geplanten Instituten auf der Nordseite werden von einem neu gestalteten Eingangsplatz aus organisiert. Als städtebauliche Markante im Westen setzt das Hochhaus ein wichtiges Signal und stellt das Bindeglied zwischen Platz und Fluss her. Die Baukörpergliederung ermöglicht eine sensible Integration in das historische Gebäudeensemble, durch ein Aufnehmen der horizontalen Volumen. Gleichzeitig wird das prägnante Haus jedoch zu einem neuen Anziehungspunkt am Ende des Platzes.

  • Standort:
    Heidelberg

  • Bauherr
    Max-Planck-Institut

  • Nutzung
    Wissenschaft & Forschung

Stadtbalkon am Neckar – Gemeinsamer Treffpunkt im Campus

Im Erdgeschoss wird der Haupteingang am Platz mit einer großen Terrasse am Neckar durch einen fließenden Raum verbunden. Diese Terrasse wird ein wesentlicher neuer Treffpunkt für die Nutzer des gesamten Geländes werden. Auch der Innenhof des Bestandsgebäudes öffnet sich zu diesem qualitätsvollen Freibereich hin. Die Geländeniveaus werden geschickt ausgenutzt um ruhigere Verweilzonen und belebtere Durchgangsbereiche zu zonieren.

Gestapelte Aussichtsterrassen – Forschen im Detail – Bezug zur Natur & Stadt

Das Volumen des Hauses wird in zweigeschossige Elemente gegliedert, die in alle Blickrichtungen Freibereiche und Aussichtsterrassen in den Laboretagen ermöglichen. Dadurch wird der besonderen Lage des Hauses Rechnung getragen. Es entsteht ein leichtes und offenes Gebäudevolumen, das ganz neue Nutzungsmöglichkeiten zulässt. Als Gegengewicht zur konzentrierten Arbeiten in abgeschlossenen Räumen kann so auf kurzem Weg immer ein Ausgleich erzeugt werden.
Der Ausblick in die umgebenden Bäume, Hügel und zum Neckar wird so Teil des Alltags der Nutzer und bereichert die tägliche Arbeit in besonderem Maß.

Gestapelte Terrassen – Symbol für Innovation und Fortschritt am Fluss

Das Hochhaus für das Max Planck Institut wird durch die prägnante Gliederung zu einem einprägsamen und offenen Symbol für den Forschungsstandort. Die Aussichtsterrassen, die sich vom Flussufer nach oben bewegen, erzeugen ein leichtes und innovatives Haus, das ein besonderes Signal am Wasser setzt. Durch die Nutzung der Terrassen wird die Tätigkeit des Instituts in der ganzen Stadt sichtbar. Die Kubatur des Hauses ist eine Weiterführung der Terrassenlandschaft am Ufer nach oben in einer einfachen und harmonischen Bewegung.

Kommunikative Arbeits- und Forschungswelt – Grünes Band im ganzen Haus

Vom Erdgeschoss bis in die oberste Etage werden alle Nutzungen mit einem vertikalen Kommunikationsraum verbunden. Eine offene Verbindungstreppe, die unterschiedliche Lufträume, Meetingpoints und Teambereiche vernetzt ist das zentrale Bindeglied im Innenraum. Vom Eingang aus leitet eine stark begrünte Wand in den Bereich der Cafeteria über. Von hier erstreckt sich eine grüne Wand als Verbindung durch das ganze Haus nach oben. Die starke Begrünung im Inneren bildet einen Garten im Haus, der das ganze Jahr genutzt werden kann. Mit Sprinklerung, Brandschutzrollos und Rauchschürzen wird der offene Charakter des Raumes sicher umgesetzt. Zusätzlich zu den Terrassen außen kann so eine ganz besondere, kommunikative Qualität erzeugt werden, die den gemeinsamen Austausch in einer offenen Atmosphäre anregt.

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